Ulrich Bücholdt

Bau- und Architekturhistoriker (magister artium)
Interessenschwerpunkte: Baugeschichte / Architekturgeschichte / Wirtschaftsgeschichte / Technikgeschichte

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Mit Emil Moog tut sich eine andere „Grauzone“ in der Baugeschichte bzw. Architekturgeschichte auf, nämlich der anscheinend fließende Übergang zwischen Architekt und (Bau-) Ingenieur. Für einen Teil der weiter unten angegebenen Bauten ist die Mitwirkung bekannter Architekten überliefert, während Moog in seiner eigenen Publikation (1927) diese Miturheber der architektonischen Ausgestaltung schlicht unterschlägt. Welche Aussage das über Moogs Selbstverständnis, seine Positionsbestimmung zwischen Architekt und Ingenieur erlaubt, ist nicht eindeutig zu bestimmen – dies nicht zuletzt, weil mir bislang keine Informationen zu seinem Werdegang (insbesondere zu seiner Ausbildung) vorliegen.
 

 

Emil Moog
(Bau-) Ingenieur bzw. Architekt in Dortmund
geb. [vor 1880]
 

Vita: ............... Werk............... Literatur & Quellen............... Kontakt

Emil Moog war von 1902 bis mindestens 1934 selbstständig tätig in Dortmund.

1927 nannte er sein Büro:
„Technisches Specialbüro für Brauerei-Anlagen, Pläne, Bauleitung, Taxen, Beratung, Gutachten, gegr. 1902, 1a Referenzen“

An anderer Stelle ist von einem „Ingenieur- und Architektenbüro“ die Rede.

Moog war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste mit der Nr. A. 13343.

In der neueren Literatur zur Dortmunder Architekturgeschichte hat sich ein bedauerlicher Flüchtigkeitsfehler fortgepflanzt, mehrfach sind dort etwa die angeblichen Brauerei-Fachingenieure Walter und Emil Moog mit Sitz in Frankfurt (Main) genannt. Gemeint sind dabei wohl Emil Moog in Dortmund und W. Krüper aus Frankfurt (Main), letzterer als Fachingenieur für Brauereitechnik zuständig für die maschinelle Ausstattung bzw. Einrichtung von Brauerei-Anlagen.

Text: © 2004-2010 by Ulrich Bücholdt
 

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Werk:
(unvollständig)

1905:  Sudhaus der Gilden-Brauerei AG in Dortmund
1905-1906 (?):  Maschinenhaus der König-Brauerei AG in Duisburg- (bzw. Ruhrort-) Beeck
1907/1908:  Sudhaus der Union-Brauerei AG in Dortmund
1908:  Lagerkellerhochbau der Germania-Brauerei AG in Dortmund
1910:  Verwaltungsgebäude der Ritter-Brauerei AG in Dortmund
1910:  Lagerkellerbau der Sieg-Rheinische Brauerei AG in Wissen (Sieg)
1911:  Lagerkellerbau der Klosterbrauerei F. & W. Pröpsting in Hamm (Westf.)
1912-1914: Verwaltungsgebäude der Dortmunder Hansa-Brauerei AG (architektonische Gestaltung von Karl Schulze in Büro D. & K. Schulze)
1913:  Verwaltungsgebäude der Union-Brauerei AG in Dortmund
1914:  Aufzug für Eisenbahnwaggons im Gleisanschluss der Germania-Brauerei AG in Dortmund
1914 (?):  Lagerkeller und „Flaschenbier-Gebäude“ der Bierbrauerei Moritz Scharpenseel AG (auch: Scharpenseel Bierbrauerei AG) in Bochum
1915-1916 (?):  diverse Neubauten der Germania-Brauerei F. Dieninghoff in Münster (Westf.)
1916:  Erweiterungsbau eines Getreide-Lagerhauses im Dortmunder Hafen
1916:  Viaduktkonstruktion als Verbreiterung einer bestehenden Gleisanlage für den Gleisanschluss der Union-Brauerei AG in Dortmund
1919:  Schwankhalle / Abfüll- und Versandgebäude der Union-Brauerei AG in Dortmund
1919:  Sudhaus der Brauerei Gebr. Stauder in Essen-Altenessen
1921:  Erweiterung des Verwaltungsgebäudes der Union-Brauerei AG in Dortmund
1924:  Torgebäude mit Trockentreber-Lager der Union-Brauerei AG in Dortmund
1925:  Sudhaus der König-Brauerei AG in Duisburg-Beeck
1925:  Schwankhalle der Brauerei Gebr. Stauder in Essen-Altenessen
1925:  Kesselhaus der Brauerei Gebr. Müser AG in (Bochum-) Langendreer
1926:  Sudhaus der Brauerei Witwe J. Stams & Söhne in Wesel
1926:  Schwankhalle und Garagenbau der Brauerei A. Rolinck in Burgsteinfurt (Westf.)
1926:  Eisgeneratorgebäude der Union-Brauerei AG in Dortmund (WdtBSch26/27-02-Bautennachweis)
1926-1927:  Hochhaus (später sog. „U-Turm“ bzw. „Dortmunder U“) der Union-Brauerei AG in Dortmund (wohl unter Beteiligung eines Dortmunder Architekten)
1927 (?):  Eisgeneratorengebäude der Klosterbrauerei F. & W. Pröpsting in Hamm (Westf.)
1927-1928: Lagerkeller-Hochbau der Brauerei Gebr. Stauder in Essen-Altenessen (Fassadengestaltung von Emil Fahrenkamp)
1927-1928 (?):  Sudhaus der Brauerei Gebr. Müser AG in (Bochum-) Langendreer (veröffentlichte Zeichnung signiert „J. Fr.“, als Entwurfsurheber wird auch Georg Bruggaier genannt)
1928:  diverse Neubauten für die Niederrheinische Wirtebrauerei GmbH in Schaag-Kindt
1933/1934 (?):  Umbau einer Gaststätte der Klosterbrauerei F. & W. Pröpsting (Hamm) in Hamm (Westf.)
1935:  Sanierung / Umbau Hotel Kessels in (Nettetal-) Lobberich (Rhld.) (später Hotel Dammer bzw. Hotel Stadt Lobberich)
1936:  Umbau einer Gaststätte der Klosterbrauerei F. & W. Pröpsting (Hamm) in Ahlen (Westf.)
1939:  Umbau des „Ketteler-Hauses“ der Klosterbrauerei F. & W. Pröpsting (Hamm) in Ahlen (Westf.)

 


Sudhaus Stauder, Essen-Altenessen, 1919


Kesselhaus Gebr. Müser, Bochum-Langendreer, 1925

Abbildungen aus <Moog 1927>

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Literatur:

<Moog 1927>
Moog, Emil (Hrsg.) [?] / Horstmann, R. [als Verfasser des Vorwortes]:
Bauten und maschinelle Anlagen in Brauereien, geplant und errichtet von Emil Moog, Ingenieur - Architekt, Dortmund.
Düsseldorf: Küthe & Co., 1927. [Vorwort dat. Dezember 1927]

Ellerbrock, Karl-Peter:
Das „Dortmunder U“. Vom industriellen Zweckbau zu einem Wahrzeichen der westfälischen Industriekultur.
Münster (Westf.): Aschendorff Verlag, 2010.
ISBN 978-3-402-12832-9

Für weitere Hinweise danke ich Herrn Dr. Fred Kaspar und Herrn Dr. Marco Kieser.

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Kontakt:
Ihre Fragen, Hinweise und Anregungen zu Person und Werk von Emil Moog mailen Sie bitte an: ub@kmkbuecholdt.de

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diese Seite online seit dem 30.11.2004, letzte Aktualisierung am 15.03.2010