Thema dieser Seite ist der Architekt Johannes Ziertmann (geb. 1880), Informationen zu Biografie und Werk

                                                                 Ulrich Bücholdt

Bau- und Architekturhistoriker (magister artium)
Interessenschwerpunkte: Baugeschichte / Architekturgeschichte / Wirtschaftsgeschichte / Technikgeschichte


Der Architekt Johannes Ziertmann ist ein Paradebeispiel für die Anonymität, in der die beamteten Architekten für die Nachwelt verschwinden. Die unbefriedigende Quellenlage macht biografische Recherchen zu einem Puzzlespiel, dass an Kriminalromane erinnert. Anlässlich ihrer Arbeit über den Duisburger Hauptbahnhof, der in seinem heutigen Zustand Zeugnis von den architektonischen und kunstgewerblichen Geschmacksverirrungen der letzten vier Jahrzehnte ablegt, hat Christina Clasen grundlegende Informationen zur Person zusammengetragen.

 

 

Johannes Ziertmann,
Architekt bei der preußischen Staatsbahn, der Deutschen Reichsbahn und der Deutschen Bundesbahn,
zuletzt im Range eines Ministerialrates
geb. 09.05.1880, evt. in (Berlin-) Spandau?
gest. wohl nach 1952

 

Vita:...............Werk...............Literatur & Quellen ...............Kontakt

 

Über Ziertmanns Ausbildung sind bislang kaum Einzelheiten bekannt. Fest steht, dass er 1908 das Staatsexamen ablegte und wenige Wochen später als Regierungsbaumeister (Bau-Assessor) bei der Eisenbahndirektion Elberfeld in den Dienst der Königlich Preußischen Eisenbahn-Verwaltung eintrat. Sein Name wird für den 1911-1913 errichteten neuen Hauptbahnhof in (Wuppertal-) Barmen genannt, offensichtlich war er im Zeitraum von 1908 bis 1912 an dessen Planung beteiligt.
1912 wurde er als Hilfsarbeiter (zeitgenössische Dienstbezeichnung) zur Königlichen Eisenbahndirektion (KED) Bromberg (heute Bydgoszcz, Polen) versetzt. 1919 wechselte er zur Eisenbahndirektion Halle, die 1920 bei der „Verreichlichung“ der diversen deutschen Staatsbahnen zur Reichsbahndirektion (RBD) Halle wurde.

 

1922 erfolgte seine Versetzung zur RBD Essen, für diesen Zeitpunkt ist sein Titel bzw. Dienstrang mit „Regierungsbaurat“ angegeben, obwohl diese Bezeichnung nicht unbedingt den Gepflogenheiten der Bahnverwaltung entspricht – im Gegensatz zum Titel des „Reichsbahnoberbaurats“, den Ziertmann zum 01.09.1927 erhielt. Allem Anschein nach blieb er für den eher ungewöhnlich langen Zeitraum von 17 Jahren bei der RBD Essen, bis er 1939 an das Reichsverkehrsministerium nach Berlin berufen wurde. (Reichsverkehrsminister war seit 1937 Julius Dorpmüller (1869-1945), geboren in (Wuppertal-) Elberfeld, 1924/1925 Präsident der Reichsbahndirektion Essen!)

 

Am 01.04.1939 wurde Ziertmann zum Ministerialrat befördert, ab 1940 wurde er als Referent in der Bauabteilung des Ministeriums bezeichnet. Wann Ziertmann in den Ruhestand trat, ist unbekannt. In Namensverzeichnissen der Deutschen Bundesbahn wird er zuletzt 1953 erwähnt, ohne dass man daraus Schlüsse auf seine Pensionierung oder aber seinen Tod ziehen dürfte.

 

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Werk:

 

- Beteiligung beim Bau des neuen Hauptbahnhofs (Empfangsgebäude) in (Wuppertal-) Barmen, 1911-1913
- Entwurf und Bau des neuen Hauptbahnhofs in Duisburg, 1930-1934

 


Der Duisburger Hauptbahnhof, Fassade zum Vorplatz, mit Vordach über den Treppen zu den Straßenbahnhaltestellen, 1930er Jahre (zeitgen. Ansichtskarte, Slg. Bücholdt)

 


Der Duisburger Hauptbahnhof, Empfangshalle, hinten Bahnsteigsperren am Eingang zum Personentunnel, 1930er Jahre (zeitgen. Ansichtskarte, Slg. Bücholdt)

 

Weitere Bauten, an deren Planung und Entstehung Ziertmann beteiligt war, können bislang nicht benannt werden. Dazu trägt – abgesehen von den allgemeinen Schwierigkeiten der Zuordnung ausgeführter Bauten zu einzelnen Mitarbeitern der Verwaltungen (bei Ländern, Kommunen, Eisenbahn, Post oder großen Unternehmen) – auch die schwierige Quellen- bzw. Archivlage betreffend die im Zuge der Privatisierung der Deutschen Bundesbahn aufgelösten Verwaltungsstrukturen bei.

 

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Literatur:

 

Clasen, Christina:
Der Duisburger Hauptbahnhof.
unveröffentlichte Magisterarbeit, Ruhr-Universität Bochum, 1998.

 

Die Empfangsgebäude in Wuppertal-Barmen und Duisburg werden kurz vorgestellt in:
Berger, Manfred:
Historische Bahnhofsbauten.
Band II: Braunschweig, Hannover, Preußen, Bremen, Hamburg, Oldenburg und Schleswig-Holstein.
Berlin (DDR): Transpress, 1987.

 

„Liebhaber“-Literatur ohne wirtschaftsgeschichtliche, technikgeschichtliche oder gar baugeschichtliche Ambitionen,
vor allem ohne genauere Darstellung der Verwaltungsstruktur und der Bautätigkeit:
Ostendorf, Rolf:
Die Geschichte der Eisenbahndirektion Essen. Fahrzeuge und Betriebsführung 1895 bis heute.
Stuttgart: Motorbuch-Verlag, 1983.

 

Für weitere Informationen und ihr freundliches Entgegenkommen danke ich
Frau Christina Clasen M.A., Bochum-Wattenscheid.

 

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Kontakt:
Ihre Fragen, Hinweise und Anregungen zu Person und Werk von Johannes Ziertmann mailen Sie bitte an: ub@kmkbuecholdt.de

 

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diese Seite online seit 09.08.2003, letzte Aktualisierung am 07.05.2010