Ulrich Bücholdt
Wirtschafts-, Bau- und Architekturhistoriker (M.A.)
dwb – GWWG
Töff-Töff / Töfftöff [Töftöf]
Der onomatopoetische (lautmalerische) Begriff "Töff-Töff" bezeichnet alle Arten von Automobilen, wohl seltener auch einspurige Fahrzeuge wie Motorräder oder Motorfahrräder. Er ist vor allem in der sogenannten Kinder- oder Babysprache gebräuchlich, in der in erster Linie Eltern und Großeltern mit dem Nachwuchs zu kommunizieren versuchen. (Pädagogen streiten bekanntlich darüber, ob diese "kindgerechte" Ausdrucksweise den sprachlichen Lernprozess befördert oder behindert.)
Die Ursprünge der Begriffsprägung liegen meines Wissens im Dunkeln. Als früheste Verwendung kann ich bislang eine Radiergummi-Handelsmarke nachweisen:
Die "größte Radiergummi-Spezialfabrik Europas" Ferdinand Marx & Co. in Hannover bewarb in einer Anzeige des Jahres 1909 ihre diversen Fabrikate an, darunter den (sic!)
"Töff-Töff" Automobil-Gummi
als
feinster Bureau- und Schulgummi, für Bleistift, Tinte, Tusche, Farbe, Buchdruck, Schreibmaschinenschrift.
Es drängt sich dabei die Frage nach dem "inhaltlichen" Zusammenhang zwischen Radieren und Autofahren auf. Wahrscheinlich ist die Namensgebung jedoch Ergebnis des Bemühens, für ein Produkt, dessen Konsumenten vor allem Schüler gewesen sein dürften, einen positiv konnotierten und modern anmutenden Begriff zu finden.
Eine solche Anzeige der Fa. Ferdinand Marx & Co. findet sich beispielsweise in der Zeitschrift:
Innendekoration 20.1909, Heft 8 (August 1909) (Anzeigenteil, n. pag.)
Text: © 2004-2011 by Ulrich Bücholdt
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