Ulrich Bücholdt

Wirtschafts-, Bau- und Architekturhistoriker (M.A.)
dwb – GWWG

 

 

Kammerstein (System Anke)

 

Hohlblockstein-Bauweise,
entwickelt um 1920 durch den Architekten Arno Anke (Mannheim-Waldhof)

 

Hohlblockstein mit kleinen, geschlossenen Luftkammern, die horizontal und vertikal gegeneinander versetzt sind. Durchfeuchtung und Schwitzwasserbildung sollten bei diesem Stein unmöglich sein. Mit den Maßen 50 x 25 x 23 cm (L x B x H) entsprach er dem Raummaß von 12 normalformatigen Backsteinen bei halbem Gewicht. Eine 25 cm starke Kammerstein-Wand entsprach (vermutlich in ihrem Wärmedurchgangskoeffizienten) angeblich einer 40 cm starken Backstein-Massivwand. Bestandteile des Kammersteins waren Kies und Zement. Im Produktionsprozess wurde dabei an einer Seite des Kammersteins Bimskies beigemengt, so dass die Innenseiten der Mauer nagelbar waren. Das Verputzen der Außenseite war nach Ankes Angaben nicht zwingend notwendig.

Erwähnt wird ein Gutachten des Laboratoriums für technische Physik der TH München.
Über die Gestalt der Luftkammern und die Einzelheiten der Herstellung liegt mir leider keine detailliertere Beschreibung vor.
Ob sich der Kammerstein in der Praxis längerfristig bewährt und alle beschriebenen Eigenschaften gezeigt hat, ist mir bislang ebenfalls nicht bekannt.

 

 

Quellen / Literatur:

 

- Deutsche Bauzeitung 55.1921, Nr. 72 (10.09.1921), S. 322/323

 

 

Text: © 2003-2011 by Ulrich Bücholdt

 

 

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diese Seite online seit dem 27.07.2003, letzte Aktualisierung am 03.05.2011